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Grabstein für ein Urnengrab: Größen, Formen und Kosten in Wien

Stand der Angaben:

Kurz gesagt

In Wien entscheidet die Fläche des Urnengrabes über die Größe des Steins: bis 0,99 m² höchstens 50 cm hoch und 35 cm breit und ohne Fundament, bei 1 m² höchstens 1,00 m mal 70 cm, darüber 1,20 m mal 80 cm [1]. In Urnenwandnischen und Naturgräbern ist kein eigener Stein möglich. Für das Grab selbst verlangen die Friedhöfe Wien bei einem klassischen Urnengrab je nach Lage 38,75 bis 75,00 Euro im Jahr [3]. Gesetzt werden kann früher als bei einem Sarggrab.

Urnengrab-Arten in Wien

Die Bestattungsanlagenordnung der Friedhöfe Wien teilt klassische Urnengräber nach der Fläche ein: bis 0,50 m² für bis zu vier Urnen, 0,51 bis 0,99 m² für bis zu sechs, 1 m² für bis zu acht und größere Gräber für mehr als acht Urnen (§ 30 Abs. 6) [1]. Dazu kommen das gruftartige Urnengrab mit Deckplatte, die ausgemauerte Urnengruft mit mindestens 1 m² und die Urnenwandnische. Außerdem nennt die Ordnung das Urnengrab für Mensch und Tier mit 1 m² für bis zu acht Urnen (§ 30 Abs. 6) [1].

Wie groß Ihr Grab ist, erfahren Sie bei der Friedhofsverwaltung.

Wie groß darf ein Grabstein auf einem Urnengrab sein?

GrabflächeUrnenHöhe höchstensBreite höchstensAnsichtsfläche höchstensFundament
bis 0,50 m²bis 450 cm35 cm0,16 m²ohne Fundament
0,51 bis 0,99 m²bis 650 cm35 cm0,16 m²ohne Fundament
1 m²bis 81,00 m70 cm0,50 m²mindestens 50 cm tief und 30 cm breit
über 1 m²mehr als 81,20 m80 cm0,80 m²mindestens 50 cm tief und 30 cm breit

Quelle: Bestattungsanlagenordnung der Friedhöfe Wien, § 30 Abs. 6, § 32, § 33 Abs. 4, § 34 Abs. 4 lit. g bis i [1].

Dazu drei Regeln:

  • Höhe, Breite und Ansichtsfläche gelten zugleich. Ein Stein mit 1,00 m mal 70 cm hätte als Rechteck 0,70 m² und läge über den erlaubten 0,50 m².
  • Grabsteine müssen mindestens 10 cm dick sein (§ 34 Abs. 2).
  • Das Fundament besteht aus Beton mit Mindestbewehrung und ist mindestens so lang und breit wie der Stein (§ 33) [1].

Die Ordnung gilt für die 46 Friedhöfe der Friedhöfe Wien GmbH. Konfessionelle Friedhöfe haben eigene Ordnungen. Alle Maße für Sarggräber und Grüfte stehen im Ratgeber Grabstein-Vorschriften in Wien.

Welche Formen passen auf ein Urnengrab?

Zur Form sagt die Bestattungsanlagenordnung wenig, zur Größe viel. Zu den Gedenkzeichen zählen laut § 1 Grabsteine, Grabkreuze, Pultsteine, Skulpturen oder Ähnliches [1]. Als Material sind Naturstein, Kunststein, Holz oder Metall vorgesehen (§ 34 Abs. 2) [1].

Stehender Stein

Der stehende Stein ist auf einem Urnengrab die verkleinerte Form des klassischen Grabsteins. Auch der Pultstein, ein niedriger Stein mit schräger Schriftfläche, zählt laut § 1 ausdrücklich zu den Gedenkzeichen [1].

Wiener Höchstmaß: bis 0,99 m² Grabfläche 50 cm hoch, 35 cm breit, 0,16 m² Ansichtsfläche, ohne Fundament. Bei 1 m² 1,00 m hoch, 70 cm breit, 0,50 m². Über 1 m² 1,20 m hoch, 80 cm breit, 0,80 m² (§ 34 Abs. 4 lit. g bis i) [1].

Kleiner stehender Grabstein auf einem Urnengrab bis 0,99 m², höchstens 50 cm hoch und 35 cm breit, Darstellung aus dem 3D-Planer

Liegender Stein oder Platte

Für einen Stein, der flach auf dem Grab liegt, kennt die Ordnung zwei Fälle: die Schriftplatte statt eines aufgestellten Gedenkzeichens und die Deckplatte [1].

Wiener Höchstmaß: Für liegende Steine nennt die Ordnung keine eigenen Maße, und sie sagt nicht, wie Höhe, Breite und Ansichtsfläche bei einem liegenden Stein gemessen werden. Das sollte der Steinmetz vorab mit der Friedhofsverwaltung klären. Eine Schriftplatte statt eines aufgestellten Gedenkzeichens braucht eine Zustimmung, die Höchstmaße bestimmen die Friedhöfe Wien (§ 34 Abs. 8). Deckplatten auf Urnengräbern sind mit oder ohne Einfassung erlaubt, mindestens 4 cm dick, die Höchstmaße legen ebenfalls die Friedhöfe Wien fest (§ 35 Abs. 9) [1]. Was eine Deckplatte laufend kostet, steht weiter unten.

Stele oder Urnensäule

Eigene Maße für Stelen nennt die Ordnung nicht. Als Gedenkzeichen fällt sie unter dieselben Grenzen wie der stehende Stein.

Wiener Höchstmaß: bei 1 m² Grabfläche 1,00 m hoch und 70 cm breit, darüber 1,20 m und 80 cm, auf kleineren Urnengräbern nur 50 cm hoch (§ 34 Abs. 4 lit. g bis i) [1]. Eine Urnensäule braucht eine schriftliche Zustimmung (§ 34 Abs. 9) [1]. Die Friedhöfe Wien bieten am Friedhof Oberlaa Urnensäulen aus Naturstein in neun Modellen an, dort ersetzt die Säule das Gedenkzeichen. Am Friedhof Hernals gibt es Urnenstelen [2].

Größe: Urnengrab mit 100 mal 100 cm oder für zwei Personen

Ein Urnengrab mit 100 mal 100 cm hat 1 m² Fläche. Dort darf der Stein höchstens 1,00 m hoch und 70 cm breit sein, mit höchstens 0,50 m² Ansichtsfläche, und er braucht ein Fundament mit mindestens 50 cm Tiefe und 30 cm Breite (§ 33 Abs. 4, § 34 Abs. 4 lit. h) [1].

Für zwei Personen reicht in Wien schon das kleinste klassische Urnengrab: Bis 0,50 m² dürfen bis zu vier Urnen beigesetzt werden (§ 30 Abs. 6) [1]. Der Stein darf dann höchstens 50 mal 35 cm groß sein. Platz für zwei Namen und Daten muss also gut geplant werden.

Deckplatten auf Urnengräbern

Jede Deckplatte braucht vorher eine schriftliche Zustimmung (§ 35 Abs. 4) [1]. Sie hat Folgen für die laufenden Kosten. Das Grab gilt dann als gruftartig, und auf das Grabentgelt kommt laut Entgeltblatt ein Zuschlag von 100 Prozent. Bei jeder weiteren Beisetzung kostet das Abheben und Wiederauflegen der Platte 187,00 Euro (Entgeltblatt, gültig ab 13. April 2026) [3].

Wo kein eigener Stein möglich ist

Urnenwandnische: Hier gibt es nur die Verschlussplatte. Neue Platten müssen den Vorgaben der Friedhöfe Wien und dem Gesamtbild entsprechen. Vorhandene Konsolen dürfen für zusätzlichen Grabschmuck wie Laternen und Blumenkistchen genutzt werden. Gibt es eine Gemeinschaftslaterne, sind eigene Laternen nicht erlaubt (§ 32 Abs. 6) [1].

Naturgräber: Wald-, Baum-, Rasen- und Strauchgräber, der Urnengarten, Regenwasserurnengräber sowie Familien- und Freundschaftsbäume dürfen nicht individuell gestaltet werden. Gedenkzeichen, Laternen oder Vasen, die dort trotzdem aufgestellt werden, dürfen die Friedhöfe Wien auf Kosten des Benützungsberechtigten entfernen (§ 32 Abs. 9) [1].

Namen kommen bei Naturgräbern an die dafür vorgesehenen Stellen, etwa an einen gemeinsamen Gedenkplatz. Bestellt wird die Inschrift nur über die Kundenservicestellen der Friedhöfe Wien (§ 32 Abs. 9). Laut Entgeltblatt kostet die Namensgravur bei Baum-, Strauch-, Rasen- und Blumenwiesengräbern sowie bei Familien- und Freundschaftsbäumen 330,00 Euro. Beim Wiener Naturgrab, im Block Urnengarten der Feuerhalle und bei der Regenwasserurne Hietzing sind es 385,00 Euro (Stand 13. April 2026) [3]. Ein Steinmetz ist dafür nicht nötig.

Was kostet ein Grabstein für ein Urnengrab?

Für ganz Österreich schreiben die Richtwerte der Sparkassen, Stand Mai 2026, ein Urnengrab "kann schon ab rund 800 Euro erworben werden", ohne Angabe zur MwSt. [4]. Ob damit der Stein oder das Grab gemeint ist, sagen sie nicht eindeutig, und sie nennen ihre Zahlen ausdrücklich nur Richtwerte. Das ist keine Zahl von uns und kein Angebot.

Den Preis für Ihren Stein nennt ein Steinmetzbetrieb im Angebot. Damit Sie Angebote vergleichen können, sollte jedes einzeln ausweisen:

  • Steinsorte, Oberfläche und Maße des Steins
  • Inschrift: Preis je Zeichen oder Festpreis, und ob Färbung oder Vergoldung enthalten ist
  • Fundament, falls Ihr Grab 1 m² oder größer ist (bis 0,99 m² ist in Wien keines vorgesehen, § 32 Abs. 3) [1]
  • Lieferung und Aufstellen am Friedhof
  • Ansuchen und Anmeldung bei den Friedhöfen Wien
  • Mehrwertsteuer

Was den Preis im Einzelnen bestimmt, von der Steinsorte bis zum Fundament, steht im Ratgeber Grabstein Kosten. Was das Grab selbst jedes Jahr kostet, steht weiter unten unter Grabentgelte.

Wann der Stein gesetzt werden kann

Bei Urnengräbern geht es schneller als bei Sarggräbern, weil weit weniger Erde bewegt wird. Eine feste Frist nennt die Bestattungsanlagenordnung nicht [1]. Wartezeiten, Fertigung und den Ablauf mit dem Fundament beschreibt der Ratgeber Wann Grabstein setzen.

Wird die Urne in einem bestehenden Sarggrab beigesetzt, was in Wien gegen Entgelt möglich ist, soweit Platz ist (§ 30 Abs. 5) [1], braucht es keinen neuen Stein. Dann genügt es, den Grabstein nachträglich zu beschriften.

Grabentgelte für Urnengräber in Wien

Das Grab selbst kostet ein Entgelt je Jahr, abgestuft nach Lage des Friedhofs (Entgeltblatt, gültig ab 13. April 2026) [3].

LageKlassisches Urnengrab je JahrUrnengruft je JahrUrnenwandnische je Jahr
A38,75 Euro (2 Urnen, nur Feuerhalle Simmering)keine Angabekeine Angabe
B58,00 Euro127,60 Euro85,25 Euro
C66,00 Euro145,20 Euro99,00 Euro
D75,00 Euro165,00 Euro112,20 Euro

Baum-, Strauch-, Rasen- und Waldgräber für zwei Urnen kosten 108,00 Euro je Jahr. Beim Neuerwerb eines klassischen Urnengrabes oder eines Urnengrabes für Mensch und Tier fällt einmalig ein Bereitstellungsentgelt von 238,00 Euro an. Für die übrigen Urnen- und Naturgrabarten nennt das Entgeltblatt keinen eigenen Betrag [3]. Der Vertrag läuft ohne andere Vereinbarung zehn Jahre (§ 21 Abs. 2) [1]. Welcher Friedhof in welche Lage fällt, steht nicht im Entgeltblatt. Auskunft geben die Friedhöfe Wien. Hinweise zu einzelnen Friedhöfen finden Sie auf der Seite Grabstein in Wien.

Den Stein für das Urnengrab planen

Im Grabstein-Konfigurator wählen Sie die Grabart Urnengrab und den Friedhof. Er vergleicht Ihre Maße laufend mit den Vorgaben, als Hinweis und nicht als Sperre. Die Planung geht mit Bild und Maßen in die Anfrage. Der Grabstein-Konfigurator ist kein Steinmetz. Mit Ihrer Zustimmung geben wir Ihre Anfrage an passende Steinmetzbetriebe aus Ihrer Gegend weiter, an höchstens drei. Ohne Planung geht es mit der kurzen Anfrage an Steinmetzbetriebe. Beides ist für Sie kostenlos und verpflichtet zu nichts.

Angebote für Ihren Stein

Mit Ihrer Zustimmung geben wir Ihre Anfrage an passende Steinmetzbetriebe aus Ihrer Gegend weiter, an höchstens drei. Kostenlos und unverbindlich.

Häufige Fragen

Wie groß darf ein Grabstein auf einem Urnengrab in Wien sein?

Das hängt von der Grabfläche ab. Bis 0,99 m² sind höchstens 50 cm Höhe und 35 cm Breite erlaubt, bei 1 m² höchstens 1,00 m und 70 cm, darüber 1,20 m und 80 cm (§ 34 Abs. 4 der Bestattungsanlagenordnung der Friedhöfe Wien). Dazu gilt jeweils eine Grenze für die Ansichtsfläche.

Braucht ein Urnengrabstein ein Fundament?

Bei Urnengräbern bis 0,99 m² ist in Wien nur ein Gedenkzeichen ohne Fundament vorgesehen. Ab 1 m² ist ein Fundament aus Beton mit einem Mindestquerschnitt von 50 cm Tiefe und 30 cm Breite vorgeschrieben (§ 33 Abs. 4).

Was kostet ein Urnengrabstein?

Einen festen Preis gibt es nicht, ihn nennt der Steinmetzbetrieb im Angebot. Die Richtwerte der Sparkassen (Stand Mai 2026) nennen für ein Urnengrab ab rund 800 Euro, ohne klar zu sagen, ob Stein oder Grab gemeint ist. Dazu kommt das Grabentgelt der Friedhöfe Wien, für ein klassisches Urnengrab je nach Lage 38,75 bis 75,00 Euro im Jahr.

Wie viele Urnen passen in ein Urnengrab?

In Wien richtet sich das nach der Fläche: bis 0,50 m² bis zu vier Urnen, 0,51 bis 0,99 m² bis zu sechs, 1 m² bis zu acht, bei größeren Gräbern wird die Zahl bei der Vergabe festgesetzt (§ 30 Abs. 6).

Braucht ein Urnengrab eine Einfassung?

Eine Einfassung nennt die Bestattungsanlagenordnung für Urnengräber nicht als Pflicht. Erlaubt sind nicht fundierte Grabumrandungen (§ 32 Abs. 3 und 5), und Deckplatten sind ausdrücklich mit oder ohne Einfassung gestattet (§ 35 Abs. 9).

Darf ein Foto auf den Grabstein?

Die Bestattungsanlagenordnung der Friedhöfe Wien erwähnt Fotos, Bilder oder QR-Codes nicht, sie sind dort also weder ausdrücklich erlaubt noch verboten. Fragen Sie vorab bei der Friedhofsverwaltung nach.

Wann kann der Stein auf ein Urnengrab gesetzt werden?

Früher als bei einem Sarggrab, eine feste Frist gibt es nicht. Einzelheiten stehen im Ratgeber Wann Grabstein setzen.

Darf man bei einem Baumgrab oder Waldgrab einen eigenen Stein aufstellen?

Nein. Naturgräber dürfen in Wien nicht individuell gestaltet werden (§ 32 Abs. 9). Namen kommen an die dafür vorgesehenen Stellen und werden über die Kundenservicestellen der Friedhöfe Wien bestellt.

Ist eine Deckplatte auf dem Urnengrab erlaubt?

Ja, mit schriftlicher Zustimmung der Friedhöfe Wien (§ 35 Abs. 4). Die Platte muss mindestens 4 cm dick sein (§ 35 Abs. 9). Auf das Grabentgelt kommt dann laut Entgeltblatt der Friedhöfe Wien ein Zuschlag von 100 Prozent.

Quellen und Stand der Angaben (4)
  1. Friedhöfe Wien GmbH, Bestattungsanlagenordnung, GZ 1/25, § 1, § 21, § 30, § 32, § 33, § 34, § 35, gültig ab 1. Jänner 2025, am Original geprüft am 10. Oktober 2026, abgerufen 8. Oktober 2026, https://www.friedhoefewien.at/o/document/2025-01-01-bestattungsanlagenordnung-friedhofe-wien-gz-1-25-

  2. Friedhöfe Wien GmbH, Urnengräber, abgerufen Oktober 2026, https://www.friedhoefewien.at/urnengraeber

  3. Friedhöfe Wien GmbH, Friedhofsentgelte, GZ 04/26, gültig ab 13. April 2026, am Original geprüft am 10. Oktober 2026, https://www.friedhoefewien.at/o/document/friedhofsentgelte_20260413_gz-04_2026_2

  4. Sparkasse Bludenz Bank AG auf sparkasse.at, Kosten eines Begräbnisses in Österreich, Stand Mai 2026, als Werbemitteilung gekennzeichnet, Zahlen ausdrücklich nur Richtwerte, abgerufen 8. Oktober 2026, https://www.sparkasse.at/bludenz/finanziell-gesund/vorsorgen/kosten-begraebnis-oesterreich

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